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Der 19. September 1996
Sitze gerade an meinem PC und denke über den besagten Tag nach.
An dem Tag war genau so ein Wetter wie heute.
Auch so ein herrlicher Spätherbst tag , allerdings war es damals Freitag .
Um 10 Uhr hatte ich mir überlegt das ich einkaufen fahren muss, da wieder mal kaum noch was im Kühlschrank war.Wäsche hatte ich in den Trockner gesteckt,damit ich sie , wenn ich wiederkam , zusammen nehmen konnte.Komisch war nur das der FI schalter einmal raussprang aber ohne große Probleme wieder reinging.Dabei habe ich mir nichts weiter gedacht.
Ansich wollte meine Mutter zuhause bleiben , Marc sollte in aller Ruhe schlafen und ich allein fahren.Aber wir entschieden uns anders, alle 3 fuhren los.
Um kurz vor 12 Uhr kamen wir wieder zurück .Ich sah am Schornstein Rauch aufsteigen und dachte das unser Nachbar vielleicht im Garten was verbrennt .
Falsch gedacht….
Als ich meine Treppe hoch ging , meine Wohnung betrat , sah ich das mein Badezimmer in Flammen stand. Da ich mir nicht traute die Tür aufzumachen ohne Feuerlöscher oder sowas , rief ich die Feuerwehr an. Meldete den Brand und sie meinten nur … och badezimmerbrand wir schicken wen vorbei , glaube die dachten och das geht ruckzuck mit einem Feuerlöscher da muss nicht der ganze Zug ausrücken.Falsche Einschätung der Lage wie sich hinterher rausstellte.
Als ich wieder aus meinem Wohnzimmer raus wollte ging es nicht mehr, alles war voller Rauch.Also blieb mir nur der Balkon zum Absteigen, ein Sprung aus 3 Metern ist nicht wirklich toll. Aber anders ging es ja nicht. Kurz vor dem Sprung hörte ich eines der schlimmsten geräusche.Ich denke das es ein Feuerschlag war der dazu führte das das Haus unlöschbar wurde. Also Augen zu und durch.
Meine Mutter schnappte meinen Sohn und suchte den verdammten Feuermelder in unserem Ort. Mal ehrlich wer den nicht braucht weiß auch nicht ganz genau wo der ist.Schließlich hat sie ihn gefunden und ausgelösst.
Es kam wirklich erst nur ein Feuerwehrmann vorbei , schaute und wurde dann verdammt schnell. Alle Feuerwehren aus der Umgebung wurden alarmiert .
Es wurden 260 000 Liter Wasser für den Löschversuch gebraucht.
Dazu noch dauer Einsatz von Sauerstoffgeräten , insgesamt 3 tage loderte das Feuer.
Aber es half alles nichts, das Haus brannte ab und wir standen bei unseren Nachbarn im Haus und mussten dabei zuschauen.
Plötzlich hat man nichts mehr nur noch sein Leben
Alle Dinge die man beschützt hat waren im Feuer aufgegangen. Wie oft hatte ich bis dahin zu meinen Kindern gesagt, „pass auf das nichts zerbricht“, „lass das bitte stehen oder liegen ,es ist mir wichtig“
Es bedeutet mir viel.
Dach nach solch einem Ereignis denkt man anders.
Mir kam Diogenes in den Sinn
Bescheuert ich weiß..aber er sagte mal dass er der ärmste und doch reichste Mensch der Welt sei
Der ärmste weil er nichts hat , und der reichste weil man ihm nichts außer sein Leben nehmen könnte .Er auf nichts weiter aufpassen muss .
Genau diese Worte haben mir halt gegeben. Ich glaube das ich den Satz erst da wirklich verstanden hatte .
Wir haben es alle Überlebt, sind gesund aus der Sache rausgekommen. Alles andere ist ersetzbar .
Nur die Erinnerungen an die Zeit beschäftigen mich noch heute .
Immer genau am 19.9. Mittags , als das Chaos anfing.
Wie gern hätte ich heute meinen Freund um mich gehabt aber er muss arbeiten. Vielleicht auch besser so, er kann das nicht nachvollziehen wie es mir geht oder damals ging. Denke das können nur die jenigen die sowas selber schon mal durchgemacht haben.
Dafür sind meine Kinder da. Und meine Freundin kommt vorbei ,die ich genau den Tag richtig kennen gelernt habe , eine Freundschaft die bis heute bestand hat.All die Menschen die damals geholfen haben, ob mit Anziehsachen, Möbel oder auch Geld , all denen werde ich immer dankbar sein.
Aber all den jenigen die nur dumme Sprüche, Unterstellungen und Diebstahl begannen haben werde ich das genauso wenig vergessen.
Nachbarn die behaupteten dass wir nun ein tolles besseres Leben führen werden, dank des Abbrandes. Mit nichts wieder anfangen ist verdammt hart .Keine Anziehsachen, keine Möbel,null Erinnerungsstücke weder Bilder noch persönliche Sachen mehr die man bis dahin angesammelt hatte, kein Dach über dem Kopf , eben einfach nichts mehr……
Das meine Mutter mit dem Geld erstmal toll in Urlaub fahren konnte
Die die Gegenstände an sich genommen haben mit der Aussage..tolle Erinnerung an den Brand
Darüber kann ich nur den Kopf schütteln und mir denken wir Armseelig das alles ist .
Na egal, wir haben es ja überstanden
Ein neues Heim gefunden uns allen geht’s wieder gut
Nur die Erinnerungen bleiben für ein ganzes Leben.
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